Traveldiary: Einmal Lissabon und zurück

Traveldiary: Einmal Lissabon und zurück

Lissabon und Ich. Vor knapp 2 Jahren reiste ich zum ersten mal nach Portugal. Im Gepäck: nichts weiter als ein Bikini, eine handvoll Klamotten und das Flugticket. Wir wollten nach Cascais, um surfen zu lernen. 9 Tage Portugal, 6 Nächte Hostel. Das Acht-Bett-Zimmer inklusive Schnarchkonzert und Stechmücken hatte sein übriges getan und so war ich nach einer Woche heil froh, den Surfurlaub gegen 3 Tagen Lissabon zu tauschen. Studienzeit und finanzielle Dürreperiode führte zu einem kleinen Zimmer in einer Familienwohnung am Rande der Stadt. Wir hatten beide nur wenig Cash und entschieden uns dafür, so billig wie nur möglich zu wohnen. Bekamen wir: Ein Stockbett, Babygeschrei und laute portugiesische Streitgespräche am Rande von Lissabon. Ich war bedient und wollte nur noch heim. Wirklich, ich bin kein Quitter, aber ich hätte mir am liebsten den nächsten Flieger gen Innsbruck gebucht. Das Ende vom Lied? Lissabon bliebt mir in viel zu schlechter Erinnerung und es war an der Zeit, das Bild gerade zu rücken. Ohne billige Bleibe im Exil, dafür aber mit meiner Mom in einem wunderschönen Appartment in Chiado – Jackpot!

Unser Appartment in Chiado

Als ich von Holidu* die Möglichkeit bekam, ein paar Tage Auszeit in Europa zu buchen, fiel die Wahl schnell auf Lissabon. Da meine Mom aus Stuttgart und ich aus Hamburg anreisen würde, galt es ein Ziel zu finden, das von beiden Städten entspannt zu erreichen war. Mit TAP ging es für mich also Richtung Süden. Der Flug war sehr entspannt, für Mittagessen war gesorgt und die Stunde Zeitverschiebung war auf unserer Seite. So konnten wir den Abend noch für eine erste Erkundungstour in Chiado nutzen.

*Holidu ist eine Suchmaschine für Ferienwohnungen und ermöglicht eine einfache und vor allem bequeme Buchung der Unterkunft. Holidu stellt verschiedene Angebote von unterschiedlichen Buchungsplattformen (beispielsweise Booking.com) zusammen und ermöglicht einen Überblick der verschiedenen Optionen. Von preiswert bis teuer ist natürlich alles dabei – hier geht’s zur Suche.

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Tag 1

Der erste Tag startete mit dem eingeschlafenen Fuß meiner Mutter und dem Versuch, irgendwann zwischen Nacht und Morgengrauen das Balkonfenster zu schließen. Hach. Ja, wer direkt in Chiado schläft, sollte Fenster und Türen lieber geschlossen halten und auf die Klimaanlage setzen, denn wenn die Müllabfuhr kommt, wird’s ganz schön laut. Nach dem Frühstück ging es dann gestärkt nach Cascais, dem Ort, an dem ich vor 2 Jahren surfen lerne. Cascais ist quasi das Brighton von Lissabon: coole Surfer und viele alte Touristen. Klar, beim Charme der verwinkelten Straßen und dem Riviera Feeling. Ansonsten ist am Donnerstag nicht viel passiert – wir haben uns brav von links nach rechts gedreht, Ben&Jerrys am Strand gemampft und den ersten gemeinsam Tag genossen.

Dinner: Stash in Bairro Alto. Habe dort zum ersten Mal einen Oktopussalat gegessen und war begeistert.

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Tag 2

Mein Urlaubslaster neben Eis? Hop-on-Hop-off Bustouren, ernsthaft. Ich liebe die oben-ohne Busse einfach. Am Donnerstagabend schauten wir uns die verschiedenen Optionen an und entschieden uns für die Tagus Tour des Yellowbusses. Das Ticket ist 24 Stunden gültig und berechtigt zudem zur Fahrt mit dem Santa Justa Aufzug (siehe Samstag) und allen Verkehrsmitteln der Carris (u.a. Linie 28, die man einfach genommen haben muss). Wir entschieden uns dazu, erst einmal die komplette Tour mit Kopfhörern zu fahren, um uns einen groben Überblick zu verschaffen (Ihr seht schon, hier waren keine Amateure am Werk). Die Tour geht 1,5 Stunden und führt durchs Zentrum, vorbei an zahlreichen Kathedralen und Sehenswürdigkeiten und schließlich nach Belem.

Dinner: Grapes & Bites – wir aßen den typischen portugisischen Butterkäse, Tapas, Muscheln und einen frischen Salat mit Nüssen und Beeren. Der Wein war hier ausgesprochen gut (na gut, wie eigentlich jeden Abend!).

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Die besten Pastel de Nata gibt’s in Belem, unbedingt probieren.

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Tag 3

Den dritten Tag startete ich mit einer kleinen Joggingrunde zum Strand. Man muss in Lissabon wirklich nicht früh aufstehen, um die erste auf den Straßen zu sein. Hier ticken die Uhren einfach anders und der frühe Vogel scheint ein wahrer Langschläfer zu sein. Auf dem Rückweg machte ich kurz Halt beim Supermarkt um Frühstück und frisches Gebäck zu kaufen. Gesunde Ernährung hin oder her: Pastel de Nata und portugisiesche Croissants dürfen morgens nicht fehlen! Frisch gestärkt ging es Samstags zuerst zum historischen Aufzug Santa Justa, der befindet sich direkt im Zentrum und lag nur wenige Meter von unserem Appartment entfernt. Wenn ihr den Aufzug nehmen wollt, solltet ihr unbedingt genügend Zeit einplanen – der ist nämlich eine typische Touristenattraktion und führt zu einer der vielen Aussichtsplattformen über Lissabon. Wer nicht warten möchte, kann auch einfach zu Fuß zur Plattform gelangen.

Anschließend stand Alfama auf dem Programm, der älteste Stadtteil Lissabons. Im Spiegel laß ich einmal die Zeile: Nirgens in Lissabon sind die Gassen enger und die Menschen offener. Das stimmt irgendwie. Alfama ist die perfekte Symbiose aus alten heruntergekommenen Gebäuden, wunderschönen Kirchen, kleinen Boutiquehotels und den lebhaften Portugiesen. Wir haben die Tramm bergaufwärts genommen (Alfama ist ganz schön steil!) und sind anschließend zu Fuß ins Zentrum zurück. Wenn ich Tramm sage, meine ich einen kleinen nostalgischen Wagen, der von Lissabons Einwohnern wohl genauso gemieden wird, wie die Hafenrundfahrt von Hamburgern. Grund: die kleine Kabine ist immer (!) überfüllt, aber das gehört eben auch zum Lissabon Trip. Manche Ecken Alfams erinnern übrigens stark an Santorini: Weiße Häuser, blauer Himmel, Bougainvillea und Hibiskus.

Shopping-Tipp: Das mag jetzt vielleicht boring klingen, aber ich empfehle euch in Lissabon unbedingt bei Zara vorbeizuschauen. Der Zara hat dort eine unglaublich tolle Auswahl und die Artikel sind günstiger als in Deutschland. Jackpot, ich weiß! Hab natürlich auch ordentlich zugeschlagen.

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»Über den Dächern Alfamas.«

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Habt ihr schon mein Amsterdam traveldiary entdeckt? Nein?! Dann hier entlang…

About Leonie Klara

Leonie Klara gründete den deutschsprachigen Blog 2014. All is Pretty befasst sich seither mit Themen rund um Fair Fashion, Nachhaltigkeit, Rezepte, Reisen und Interieur. Hier steht nicht der Konsum, sondern die Inspiration im Vordergrund.

Comments

  1. Ein wirklich wunderschönes Reisetagebuch Leonie! Ich war zwar noch nie in Portugal, würde jetzt aber am liebsten gleich meinen Koffer packen, um nach Lissabon zu verschwinden. Das macht wirklich Lust aufs verreisen… wow <3

  2. Milena says:

    Ich liebe deine Bildsprache einfach! Darf ich fragen, wie du die Bilder bearbeitest und mit welcher Kamera du sie aufgenommen hast? Da gerät man wirklich ins Träumen. Liebst, Milena

  3. Wie schön, du warst mit deiner Mama im Urlaub. Das hört sich ja nach einer ganz tollen Zeit an. Ich könnte mit meiner Mutter nie alleine in Urlaub gehen, da gäbe es wahrscheinlich nur Zoff. In Portugal war ich leider auch noch nie aber im September möchte ich ein paar Tage spontan weg, vielleicht ergibt sich ja was mit Lissabon.

  4. Svenja says:

    Oh Leonie, diese Bilder! <3 Hammer. Ich schließe mich Milena an und würde nur zu gerne wissen, welches Programm du zum bearbeiten verwendest. Und wo ist die Sonnenbrille her die du trägst? Die sieht fabelhaft aus. Grüße aus Big B, Svenja

  5. Toller Post! Jetzt habe ich richtig Lust auf Urlaub:D Lissabon scheint wirklich schön zu sein – landet hiermit auf der Bucket List.

    Liebst, Seline
    http://selscloset.com

  6. Hi Leonie, die Bilder von deinen kleine Urlaub mit deiner Mutti sind echt super schön! Gutes Wetter und schöne Vibes, alles zusammen sehr toll :-) Liebe Grüße, Marlon.

  7. Lissabon steht noch ganz oben auf meiner Liste. Meine Mama war einfach so begeistert davon. Und deine Bilder machen wirklich Lust darauf direkt in den Flieger zu steigen. :)

    Liebe Grüße, Bella
    https://kessebolleblog.blogspot.de

Trackbacks

  1. […] unseres Lissabon-Trips (den ich übrigens schon schmerzlich vermisse), stellte meine Mom ihre Qualitäten als Fotografin […]

  2. […] nach oben zu rudern. Genug geschnackt, I’m back. Und zwar mit einem Instagram-Guide für Lissabon. Weil es über Ostern ganz spontan zum dritten Mal nach Lissabon geht und ich mich wie bolle darauf […]

  3. […] Wer abseits der typischen “Touristenfallen” Lissabon entdecken möchte, ist bei meinem Travelguide genau richtig. Viel Spaß beim […]

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