Gedanken: #MeToo & #Ihave

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Ein paar persönliche Zeilen zum Thema #metoo und #ihave. 

#metoo

Seit dem Skandal um Harvey Weinstein ist das Thema “Sexuelle Übergriffe an Frauen” wieder in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Auf Twitter, Facebook und Instagram häufen sich die Beiträge unter dem Hashtag #metoo. Es werden hitzige Diskussionen geführt, denn die Grenze zwischen “Das ist noch okay” und “Sexueller Übergriff” will schließlich klar definiert sein. Wie weit darf ein Mann also gehen? 

Für mich ist die Antwort einfach aber keineswegs konform und stur übertragbar. Ein Mann darf genau so weit gehen, wie es die Frau zulässt. Und da in den meisten Fällen nicht vorab geklärt wird, was denn nun innerhalb der Komfortzone liegt, ist jegliche Art des respektlosen Handels ein absolutes Tabu. Das muss nicht einmal körperlich sein, sondern kann auch verbal stattfinden. Es macht mir wirklich Angst, dass wir im Jahr 2017 noch darüber reden müssen, wie man sich gegenüber Fremden, Freunden oder der Familie anständig verhält. Klar, es gibt keinen Kodex, aber sind wir doch mal ehrlich Leute – Anstand und Respekt gehört zu den Bausteinen der Erziehung. Das hat für mich auch nichts mit kultureller Verankerung zu tun. Ein Mindestmaß an Anstand muss einfach sein. Punkt. 

In den meisten Fällen wird natürlich nicht vorab gefragt, ob man im Club, an der Bar wartend, an intimen Stellen von Fremden berührt werden möchte. Also Männer, lasst es sein. Lasst eure Hände bei euch. Ich bin es leid von Männern respektlos behandelt zu werden. Ich bin es leid, noch immer so oft das Gefühl zu haben, aufgrund meines Geschlechts weniger Wert zu sein. Erst kürzlich hatte ich eine spannende Diskussion darüber, ob Frauen Männern gegenüber mittlerweile gleichgestellt sind. Nachdem eine Antwort in der Runde ein klares “Ja” war, musste ich einlenken:

Frauen dürfen seit knapp 100 Jahren wählen, aber das stellt uns noch lange nicht gleich. Wir verdienen durchschnittlich weniger, haben es schwerer in wirklich guten Positionen zu arbeiten und dabei studieren ebenso viele Frauen wie Männer in Deutschland. Ich habe noch nicht allzu viel Berufserfahrung aber immer (!) waren meine Vorgesetzten Männer. Und ich arbeite nun weiß Gott nicht in einem männerdominierten Berufsfeld. Aber wenn’s um die Chefpositionen geht: Die sind auch im Jahr 2017 noch eindeutig von Männern dominiert. Männern, die es gewollt oder ungewollt den Frauen oftmals schwer machen, nachzuziehen. Die sich bockig und quer stellen, wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Aber nicht, weil es den Frauen an fachlicher Kompetenz mangelt, sondern weil es eben doch “nur” Frauen sind, denen zu oft noch die Geschlechtstypischen Rollen anhängen.

Das ist natürlich nur meine Meinung, aber an der halte ich fest. Ich wünsche mir wirklich, dass die jungen Mädchen und meine Generation die nötige Stärke entwickelt, Männern die Stirn zu bieten. Sowohl beruflich, als auch privat. Bewegungen wie #metoo schaffen ein starkes Netzwerk, verbinden Frauen länderübergreifend denen Ähnliches passiert ist. 

#ihave

Männer gestehen im Zuge der #metoo Debatte unter dem Hashtag #Ihave die eigenen Fehltritte. Denn, es sind NICHT die kurzen Röcke, der Alkohol oder der verführerische Wimpernaufschlag der Frau die Schuld an einem sexuellen Übergriff haben! Es sind die Männer, die ihre Hände nicht bei sich behalten können. Es sind die Männer, die verletzende Worte aussprechen, ihre körperliche Überlegenheit ausnutzen und Frauen das Gefühl geben, klein und wertlos zu sein.

Und fürs Papier: Das alles gilt natürlich auch für Frauen. Auch Frauen haben Männer mit dem nötigen Respekt und auf Augenhöhe zu behandeln. Sexuelle Übergriffe und Missbrauch finden in beide Richtungen statt und sind falsch. So falsch.

About Leonie

Leonie Klara gründete den deutschsprachigen Blog All is Pretty 2014. Dieser befasst sich seither mit verschiedenen Themenfeldern rund um Reisen, Mode und Lifestyle.

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