Die Pille: Eine Lifestyle Droge mit Folgen

Die Pille: Eine Lifestyle Droge und ihre Folgen


Ihr Lieben, heute möchte ich ein heikles Thema ansprechen, das mir persönlich sehr am Herzen liegt. Die Pille gehört heutzutage für die meisten Frauen zum Alltag wie das tägliche Zähneputzen. Wir machen uns wenig Gedanken um die Pilleneinnahme, sind in einer festen Routine gefangen, aus der die kleine Hormon-Schleuder nicht mehr wegzudenken ist. Was früher zur reinen Verhütung gedacht war, wird heute als universales Heilmittel verschrieben. Ob bei Akne oder starken Bauchkrämpfen während der Menstruation – die Pille wird’s schon richten. Stück für Stück etablierte sich die Pille als Lifestyle-Droge, ohne dass ausreichend Transparenz und Aufklärung herrscht. Ich bin weder Gynäkologin noch habe ich Medizin studiert… ich möchte euch lediglich von meiner Erfahrung mit der Pille erzählen und erklären, warum sie für mich nie wieder eine Option ist.

Die Pille, eine Lifestyle-Droge

Als ich 13 war, tanze ich mit dem ersten Pillen-Rezept bei meiner Mutter an. Der Frauenarzt hatte es mir damals verschrieben, zur Vorbeugung von Akne. Mit einem Kopfschütteln war das Thema kurz darauf vom Tisch, woraufhin ich ziemlich enttäuscht war. Die Pille? Sie war irgendwie der erste große Ritterschlag auf dem steinigen Weg zum „Erwachsen werden”. Mit 15 startete ich dann den nächsten Versuch, diesmal erfolgreich. Der Arzt verschrieb mir die Pille und schon nach wenigen Wochen waren jegliche Unreinheiten aus meinem Gesicht verschwunden, Jackpot, dachte ich mir.

Dass auch Wassereinlagerungen, Stimmungsschwankungen und Depressionen Folgen hormoneller Verhütung sein können, habe ich schnell am eigenen Leib erfahren. Ich nahm äußerliche Veränderungen wahr, verlor nach und nach die intime Beziehung zu meinem Körper und fiel regelmäßig in ein tiefes Loch. Ich war launisch, machte meinem jetzigen Freund regelmäßig das Leben zur Hölle und wusste oft nicht, wohin mit meinen Gefühlen. Um ehrlich zu sein, zweifelte ich oft an mir selbst – schob Depressionen und Stimmungsschwankunen zuerst nicht auf die Pille, sondern meine Persöhnlichkeit. Als ich dann das klärende Gespräch mit meinem Frauenarzt suche, stoß ich auf Ignoranz und Vorwürfe. Nein klar, die Pille ist daran natürlich nicht Schuld, da müsse ich mir schon an meine eigene Nase fassen. So ging das knapp fünf Jahre und ich wusste manchmal nicht, wie ich es mit mir selbst ertragen konnte. Schon Tage bevor die Blutung einsetzte, hätte ich mich am liebsten unter der Bettdecke verkrochen. Ich hatte keine Motivation aufzustehen, war träge, müde und musste mich zu allem motivieren.

Ich stand mir oft selbst im Weg, war wütend und enttäuscht von mir oder ließ die negativen Gefühle an meinem Freund raus. Während der letzten Monaten der hormonellen Verhütung kam noch eine große Portion Hilflosigkeit hinzu, bis ich mich endlich dazu entschied, im letzten Versuch die Pille abzusetzen. Ich habe wirklich nicht mit einer positiven Veränderung gerechnet, vor allem nach dem letzten Gespräch mit meinem Frauenarzt.

Fazit

Das Absetzen der Pille sorgte erst mal für ordentlich Wirbel in meinem Hormon-Haushalt. Schon nach wenigen Wochen bildeten sich kleine Pickelchen auf Stirn, Wange und Schläfe, die ich aber über die Monate ganz gut in den Griff bekommen habe (hier gibt’s meine Beauty-Tipps bei hormoneller Akne). Das größte und schönste Gefühl ist jedoch, endlich wieder die Kontrolle über meinen Körper und meinen Zyklus zu haben. Ich spüre meinen Eisprung und weiß, wann sich mein Körper auf die Periode vorbereitet. Ich nehme mich selbst viel intensiver wahr, habe endlich wieder Lust auf Sex und bin die Ruhe in Person. Es ist, als habe ich nach dem Absetzen der Pille wieder Stück für Stück zu mir selbst und meinem Körper gefunden.

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht?

About Leonie

Leonie Klara gründete den deutschsprachigen Blog All is Pretty 2014. Dieser befasst sich seither mit verschiedenen Themenfeldern rund um Reisen, Mode und Lifestyle.

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